Überwurf

Der Aufbau einer Schallschutzwand macht aus einem Unort einen Ort für Menschen, ein optisch und akustisch geschütztes Areal. Die bauliche Abgrenzung dient vor allem zur Minderung des massiven Lärms des permanenten Straßenverkehrs; dieser ist zwar noch präsent, aber in viel geringerem Maße.

Mein Überwurf besteht aus sackähnlichen Objektpaaren, die das Davor und Dahinter beider Seiten zu einem simultanen Hörerlebnis verbinden, wobei die im akustisch geschützten Bereich hängenden als Klangquellen dienen. Optisch hat jedes Element eine nicht einsehbare Dependance im Dahinter, akustisch entsteht ein neuer Zusammenhang zwischen den Geräuschen des nun nicht mehr sichtbaren Straßenverkehrs und denen meiner Komposition.

Die Geräusche der Straße werden dabei in ihrer zeitlichen Zufälligkeit Teil des Hörvorgangs.

 

Überwurf (1998)

32 ballonförmige rote Säcke mit einem Durchmesser von 50cm, rotes Seil, 16 Lautsprecher, mehrkanalige Komposition, Zuspieltechnik

Toys´n´ Noise, O.K. Centrum für Gegenwartskunst, Linz 1998