Resonanzbehälter

Eine Anordnung produktgleicher Metallschränke ist das Ausgangsmaterial für die Klangskulptur „Resonanzbehälter“. Durch exaktes Nebeneinanderstellen zu einer Reihung entsteht der optische Eindruck eines großen Raumkörpers. Im Gegensatz zur alltäglichen Positionierung von Schränken sollte dieser Raumkörper so platziert sein, dass eine allseitige Annäherung möglich ist. Die Front der geschlossenen Türen bleibt zwar die Sichtseite, doch der Gegenstand vibriert und ist Ausgangspunkt einer akustischen Bearbeitung, in der das Material selbst, die Bleche der Wände, Böden und Fächer hörbar gemacht wird.

Der Schall bewegt das Material als selbsttätige Resonanz in einem sonst vollkommen hermetischen Gegenstand. Der optischen Einheit der Schrankreihe als Ganzes widerspricht dabei das akustische Eigenleben. Es existiert nichts Serielles, Lineares, sondern eine Vibration, die den gesamten Raumkörper erfasst und manchmal konkrete Anlässe im Innern auch punktuell von Außen nachvollziehbar macht. Als Übertrager dienen dabei unterschiedlich lange, dicke Drahtstücke, die aus den Öffnungen der Luftschlitze und Schlüssellöcher herauszuwachsen scheinen.

Die Intensität der Frequenzimpulse wird durch die Lautstärke der verursachten Eigenschwingung der Materialien und durch die spürbaren Vibrationen übertönt. Eine am Boden umlaufende, indirekte Lichtkante unterstützt die Fremdartigkeit des tönenden Gegenstandes.

 

Resonanzbehälter (2006)

15 baugleiche Metallschränke, Eisendrähte, Licht, 5-kanalige Komposition, Zuspieltechnik

Sonambiente – Klang Kunst Sound Art, Berlin 2006

Fotos: Kay-Uwe Rosseburg