Perkussion zweier Räume

Erkunden von nicht sichtbaren, hohlen Stellen unter dem Putz von Wand und Boden und deren zeichnerische Bearbeitung als perkussives Hörereignis.

In der gleichzeitigen Hörbarmachung vieler gefundener und bearbeiteter Stellen dieses Vorgangs transformiert der Raum in ein ungewöhnliches Gebilde, in eine skulpturale Form des Hörens, in eine akustische Zeitbezogenheit des Augenblicks.

 

Perkussion: Untersuchung durch Beklopfen der Körperoberfläche und Deutung der Töne. (Wahrig, Deutsches Wörterbuch, 1971)

Für seine Ausstellung „Perkussion zweier Räume“ untersucht Ulrich Eller die beiden Räume der Galerie Giannozzo in ihrer Qualität als Klangmaterial und als Klangkörper. Die Räume wurden beklopft, ihre Wände und der Boden: Fundorte für Klänge unterschiedlicher Höhe und Klangfarbe. An diesen Stellen wurden Bögen von Zeichenpapier angeheftet: Felder für Striche unterschiedlicher Stärke und Länge. Mit einem Stift schwarzer Fettkreide bearbeitete Ulrich Eller nun auf diesen Papieren die Wände und den Boden und erzeugte dabei Zeichnungen und Klangfolgen. Die Rhythmen ergaben sich aus einer Einfühlung in die gefundenen Klänge; ihnen entspricht die Gestik der Zeichnung. Die Zeichnungen verbleiben an den Stellen ihrer Entstehung. Auch die Klangfolgen verbleiben dort. Sie wurden auf Tonband aufgezeichnet und über Kassettenrekorder, die an den entsprechenden Stellen befestigt sind, simultan abgespielt. Die Klänge des Raums – im Raum, ein selbstklingender Raum. Durch die Perkussion öffnet sich der Raum der Wahrnehmung. Seine musikalische Qualität wird durch die Zeichnungen sichtbar und durch Tonaufnahmen hörbar. (Rolf Langebartels)

 

Perkussion zweier Räume (1983)

Papierbögen, Fettkreide, 8-kanalige Komposition, Zuspieltechnik

Galerie Giannozzo, Berlin 1983

 

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