Melo Melo

Kelche aus dünnen Papieren geformt und geschichtet dienen als Klangresonatoren. In freier Anordnung, stehend und hängend, machen die Formen wie Hörrohre alles verstärkt wahrnehmbar.

Als Zuspieler dienen Lautsprecher, eingegossen in Zement oder Gips, aktiv aber still. Durch Schläuche werden die Klänge in die unterschiedlichen Kelche geleitet und durch diese hörbar. Es sind Verstärker für Außengeräusche, in Realzeit übertragen, oder von mir komponierten Klängen, oder ein Mix aus Beidem. Durch einen besonders flachen Konus der Form entweichen die Schallwellen ungebündelt und in diffuser Charakteristik.

Es ist so, als ob keine Klangquelle örtlich benennbar wäre, als ob der Raum gefüllt ist von scheinbar endlosem Geräusch, vielfach moduliert durch die Resonanz der Architektur. Realzeit nach Innen übertragen und hörbar gemacht durch die Form.

 

Melo Melo (1991)

Papierkelche in unterschiedlicher Anzahl und Modifikation, transparenter Industrieschlauch, zylindrische Gussform mit integriertem Lautsprecher, Kabel, Zuspieltechnik

Raum 55/51, Mönchengladbach 1991
5 Räume, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 1992
Membran, Stadtgalerie Saarbrücken, Saarbrücken 1993
Landschaft, Kunstverein Schloß Plön, Plön 1996

Foto: Tom Gundelwein