Grosse Geräuschform

Mein Arbeitsmaterial sind Geräusche und Lautsprecher. Aus einer unüberschaubaren Vielzahl von Bauarten und Lautsprecherformen entsteht eine Wandarbeit, die sich als Teilsegment eines Kreises vom Boden über beinahe die gesamte Wandhöhe und Wandfläche erstreckt.

Alle Lautsprecher hängen in einer offenen Allover Anordnung, über-, neben- und untereinander. Die Vielzahl der Bauformen erscheint unendlich, dabei aber artifiziell in ihren Ausprägungen.

In der jetzt entkleideten und nicht eingebauten Form sehen die Lautsprecher aus wie sehr spezielle Tonerzeuger, so als ob jede Membran für die Wiedergabe eines besonderen und seltenen Geräusches konzipiert worden wäre.

Dieser für ein Knistern von Wachspapier, der für den Klang von rieselndem Sand auf einem Blechteller und wieder ein anderer für das Knistern einer Vinylplatte.

Und dann noch die Geräusche, die ich erfunden habe, die zwar beschreibbar sind, aber begriffslos. All diese Geräusche, für jeden Lautsprecher ein anderes und exakt aufeinander bezogen wie eine große runde Geräuschewelt, ein komponierter Kosmos aus Klang.

 

Grosse Geräuschform (2001)

192 Lautsprecher unterschiedlicher Bauart, Kabel, mehrkanalige Komposition, Zuspieltechnik

UND III, Klang Kunst Festival, Bellevue-Saal, Wiesbaden 2001