Bubble Music

Während meines ersten Aufenthalts in Japan entstanden diverse Tonaufnahmen von urbanen und natürlichen Geräuschen. Durch das Eintauchen in einen, für mich bis dahin völlig fremden Kulturkreis, versuchte ich mir so die Lesart der neuen Höreindrücke anzueignen und künstlerisch verfügbar zu machen.

Ausgehend von Hörerlebnissen, die ich als besondere akustische Situationen empfand - der Klang in einem Bambushain beispielsweise oder die sich überlagernden Geräuschkulissen der innerstädtischen Geschäftsstraßen mit ihren Dauerbeschallungen oder die andersartige Vielfalt der Naturgeräusche - begann ich Klänge und Geräusche mit realen Objekten und alltäglichen Gegenständen in Beziehung zu setzen, um das Hörbare in diesen neuen Zusammenhängen gezielter erfahrbar werden zu lassen. Die von mir aufgezeichneten Klänge imaginieren dabei die stofflichen Eigenschaften z.B. von Wasser, Steinen, Sprachlauten oder Straßengeräuschen und erzeugen durch ihre Präsenz einen musikalischen Zusammenhang.

Auch die Klangskulptur „bubble music“ entspricht dieser Vorgehensweise: Eine Ansammlung von weißen Trinkschalen steht auf einem großen flachen Sockel im Raum. Jede Schale ist mit einem Lautsprecher bestückt und verkabelt. Hörbar ist das Geräusch von zerplatzenden Luftblasen auf Wasseroberflächen, wobei viele unterschiedliche „bubbles“ eine stetig wechselnde Dichte und Räumlichkeit des Hörbildes erzeugen.

 

Bubble Music (2006)

75 weiße Trinkschalen, 75 Lautsprecher, weisser Sockel, Kabel, 12-kanalige Komposition, Zuspieltechnik

Gift of Hiroshima (begleitende Präsentation)
Empore Mensaforum, HBK, Braunschweig 2006

Fotos: Jürgen Nestler

 

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