Aus den Meeren kommen die Kanister

Eine Vielzahl von Kanistern resonieren Geräusche. Die verschiedenfarbigen Behälter in unterschiedlichen Größen und Formen, die meistens dazu dienen mit besonderen Stoffen gefüllt zu werden, fülle ich mit Sounds - ich mache sie zu Klangquellen. Die Ausdehnung und Anordnung aller Kanister entspricht einem Materialhaufen von ca. 20m² Ausdehnung und einer maximalen Höhe von ca. 150cm.

Die Klangskulptur ist von allen Seiten begehbar, um die Bewegungen der sich rasch verändernden Geräusche bemerken zu können. Die Augenscheinlichkeit des Ungeordneten wirkt ebenso akustisch, indem eine festgelegte Anzahl von Kanistern irgendwo in dieser Menge resonieren. Die Lautstärke und Hörbarkeit der Skulptur soll eher ihrer optischen Ausdehnung entsprechen und weniger als Beschallung des Umfelds wahrgenommen werden.

Die von mir ausgesuchten und kreierten Geräusche unterstreichen die Resonanz der leeren Plastikbehälter, bzw. sind so angelegt, dass erst durch den Schallkörper die Geräusche zu dem werden, was ich mir als hörbare Dimension in diesem audio-visuellen Zusammenhang wünsche: ein Klangphänomen das authentisch zu der großen Anzahl unterschiedlicher Kanisterformen und Farben dazuzugehören scheint, auch wenn diese Beurteilung keiner direkten Alltagserfahrung entspricht.

Die Zusammensetzung des Akustischen, das sowohl vom tatsächlichen Aussehen des Materials mitbestimmt wird, ist ein komponiertes Geräusch, indem das Meer, das Wasser in diversen Bewegungen, das Innen und Außen des schwimmenden Kanisters, die Reibungsgeräusche etc. assoziativ mitschwingen. Es ist ein theoretisches Geräusch, was die Existenz der Kanister im Meer beschreibt und dabei einen neuen und anderen Zugang zur rein optischen Erscheinung dieser Gegenstände nahelegt.

 

Aus den Meeren kommen die Kanister (2004)

Zweihundert Kunststoffkanister unterschiedlicher Größe und Farbe, zwölfkanalige Komposition, integrierte Klangquellen, Zuspieltechnik

Sonoric Atmospheres, Ostseebiennale der Klangkunst, Kunsthalle, Rostock 2004